Heilpflanzen zum Hormonausgleich

Buch: Östrogen-Dominanz Diese Webseite gibt es auch als Buch und E-Book.
Östrogen-Dominanz bei Amazon...

Pflanzen, die besonders viel Phyto-Progesterone enthalten, kann man auch als Heilkräuter-Tee oder als Tinktur zubereiten und anwenden.

Von einigen dieser Heilpflanzen gibt es auch Fertigpräparate, die sich zur Behandlung von PMS und Wechseljahrsbeschwerden bewährt haben.

All diese Heilpflanzen kann man auch ergänzend zu einer Behandlung mit natürlichem Progesteron anwenden.

Mönchspfeffer

Der Mönchspfeffer (Vitex agnus castus) ist die bekannteste und wichtigste Heilpflanze zur Progesteron-Stärkung.

Man kann Mönchspfeffer sowohl gegen Wechseljahrsbeschwerden als auch gegen PMS verwenden.

Mönchspfeffer enthält keine eigenen Phytohormone aber seine Inhaltstoffe sind in der Lage, die körpereigene Progesteronproduktion anzukurbeln.

Diese Inhaltstoffe heißen:

Testosteron, Aucubin, Agnuside.

Meistens werden die Samen des Mönchspfeffers verwendet. Man kann aber auch die Blätter verwenden.

In Apotheken gibt es mehrere Präparate, die die Extrakte der Mönchspfeffer-Samen enthalten.

Sie wirken recht erfolgreich gegen Östrogen-Dominanz.

In vielen Fällen reicht eine regelmäßige Mönchspfeffer-Behandlung bereits aus, um die Östrogen-Dominanz so weit zu behandeln, dass die Beschwerden verschwinden.

Nachtkerze

Das Öl aus den Nachtkerzen-Samen (Oenothera biennis) enthält einige Phytohormone, darunter sowohl progesteron- als auch östrogen-ähnliche Substanzen:

Beta-Sitosterol, Stigmasterol, Tryptophan, Campesterol, Lupeol, Quercetin.

Außerdem enthält das Nachtkerzen-Öl Gamma-Linolensäure in besonders großer Menge.

Diese Inhaltstoffe befähigen das Nachtkerzen-Öl erfolgreich gegen Östrogen-Dominanz zu wirken.

Nachtkerzen-Öl wird vor allem gerne angewendet, um den Menstruationszyklus zu harmonisieren. PMS-Symtome und Menstruationsbeschwerden werden gelindert.

Präparate mit Nachtkerzenöl gibt es in Apotheken, Drogerien und manchen Supermärkten.

Schafgarbe

Die Schafgarbe (Achillea millefolium) ist eine klassische Frauen-Heilpflanze Mitteleuropas.

Sie wird schon seit vielen Jahrhunderten für die Frauengesundheit eingesetzt.

Inzwischen weiß man auch, dass die Schafgarbe unter anderem Phytohormone enthält:

Beta-Sitosterol, Stigmasterol, Luteolin, Quercetin.

Die enthaltenen Phytohormone sind sowohl progesteron- als auch östrogen-artig.

Der Schwerpunkt der Wirkung liegt bei der Schafgarbe jedoch auf der progesteronartigen Wirkung.

Man kann die Schafgarbe daher zur Behandlung der Östrogen-Dominanz einsetzen.

Schafgarben-Tee kann man gegen PMS, Menstruationsbeschwerden und Wechseljahrsbeschwerden trinken. Außerdem hat die Schafgarbe hunderte von anderen heilsamen Wirkungen, die jedoch nicht direkt mit Östrogendominanz zusammenhängen.

Die Schafgarbe ist eine sehr verbreitete Wildpflanze, man kann sie also auch in freier Wildbahn finden, wenn gerade keine Apotheke erreichbar ist.

Frauenmantel

Das der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) gegen Frauenbeschwerden hilft, ist schon an seinem Namen erkennbar.

In medizinischen Studien wurden dem Frauenmantel nur schwache Heilwirkungen gegen Verdauungsbeschwerden zugestanden.

Doch man weiß inzwischen auch, dass der Frauenmantel progesteronartige Wirkstoffe enthält.

Diese Wirkstoffe erklären die jahrhundertelange Verwendung des Frauenmantels gegen Frauenbeschwerden.

Frauenmantel kann man als Tee oder in anderer Zubereitung zur Linderung der Östrogen-Dominanz einsetzen.

Passionsblume

Die Passionsblume (Passiflora incarnata) ist eine Heilpflanze mit sanfter Phytoprogesteron-Wirkung und ausgeprägten entspannenden Fähigkeiten.

An Phytohormonen enthält die Passionsblume Stigmasterol und Luteolin.

Mithilfe der Passionsblume kann man daher die Behandlung der Östrogendominanz unterstützen und vor allem gezielt gegen Unruhe, Nervosität und Stimmungsschwankungen einwirken.

Passionsblume ist in manchen Fertigpräparaten enthalten und auch in vielen Mischtees. Man kann die Blätter der Passionsblume auch als einzelnen Kräutertee trinken.

Traubensilberkerze

Die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) enthält keine der üblichen Phytohormone.

Sie hat jedoch eine ausgeprägte Wirkung auf das weibliche Hormonsystem. Die Traubensilberkerze ist in der Lage Progesteron und Östrogen miteinander in Harmonie zu bringen. Dabei wirkt sie vor allem östrogenähnlich aber ohne die negativen Wirkungen des Östrogens.

Wissenschaftlich wird diese Funktionsweise "Selektive Östrogen-Rezeptor Modulation (Phyto-SERM)" genannt.

Dabei wird unter anderem der sogenannte LHRH-Pulsgenerator im Hypothalamus gedämpft, wodurch beispielsweise überschießende Reaktionen der Temperatursteuerung gedämpft werden. Das sorgt für eine Linderung der Hitzewallungen, die so typisch für die Wechseljahre sind.

Präparate, die Traubensilberkerze enthalten, sind daher besonders hilfreich, wenn die Wechseljahre schon etwas fortgeschritten sind, also in der Perimenopause und Postmenopause.

Wenn die Progesteron-Behandlung nicht mehr ausreicht, um quälende Hitzewallungen zu lindern, dann wird es Zeit für die Traubensilberkerze.

In Apotheken erhält man mehrere Präparate, die Extrakte aus der Wurzel der Traubensilberkerze enthalten.

Teemischung gegen Östrogen-Dominanz

Wenn man gerne Kräutertees trinkt, kann man sich eine Teemischung zur Behandlung der Östrogendominanz zusammenstellen.

Die vorgeschlagenen Kräuter erhält man in Apotheken (bestellen) und guten Kräuterhandlungen. Die Mönchspfeffer-Samen erhält man meistens nur auf ausdrückliche Rückfrage.

Die Gesamtmenge des Rezeptur ergibt 100 gr Teemischung. Das reicht für eine ganze Weile.

Mischen Sie folgende Heilpflanzen miteinander:

·         30 gr Mönchspfeffer-Samen

·         20 gr Schafgarbe

·         20 gr Frauenmantel

·         20 gr Passionsblume

·         10 gr Melisse

 

Damit die Mönchspfeffer-Samen möglichst optimal verwertet werden können, ist es am besten, wenn man sie vor dem Mischen mithilfe eines Mörsers anstößt. Anstoßen bedeutet, dass man die Oberfläche der Samen etwas knackt, ohne die ganzen Samen zu zerkleinern.

Wenn man stark unter Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Schweißausbrüchen leidet, kann man der Mischung noch 30 gr Traubensilberkerzen-Wurzel hinzufügen.

So bereitet man den Tee zu:

·         Nehmen Sie von der  Teemischung einen guten Teelöffel für 250 ml Tee (eine große Tasse).

·         Übergießen Sie die Teekräuter mit kochendem Wasser.

·         Lassen Sie den Tee 10 - 15 Minuten ziehen.

·         Seihen Sie den Tee ab.

·         Trinken Sie den Tee in kleinen Schlucken.

 

Wenn man will, kann man den Tee auch süßen.

Trinken Sie von dem Tee am besten drei Tassen pro Tag.

Man kann den Tee aber auch nur bei Bedarf ergänzend zu einer anderen Östrogendominanz-Behandlung trinken.

Denkbar wäre beispielsweise, dass man gegen PMS täglich ein Mönchspfeffer-Präparat einnimmt und in den beiden Tagen vor der Periodenblutung zur Verstärkung noch den Mischtee trinkt.

Oder man nimmt gegen Wechseljahrsbeschwerden regelmäßig ein Mönchspfeffer-Präparat und an Tagen mit besonders intensiven Beschwerden zusätzlich den Tee.

Das sind nur ein paar Beispiele. Wie man die Möglichkeiten der Behandlung kombiniert, probiert man am besten selber aus.

Östrogendominanz-Tinktur

Aus den Kräutern der Teemischung kann man auch eine Tinktur zubereiten.

Eine Tinktur ist ein alkoholischer Auszug aus Kräutern, den man teelöffelweise oder tropfenweise einnimmt.

Die Anwendung einer solchen Tinktur ist sinnvoll, wenn man nicht gerne mehrmals täglich einen Kräutertee trinken will. Sie ist auch bequem und schnell.

So bereitet man die Tinktur zu:

·         Geben Sie die 100 gr Teemischung in ein großes, verschließbares Glasgefäß.

·         Gießen Sie etwa 1,5 Liter Doppelkorn über die Kräuter. Wichtig ist, dass die Kräuter vollständig mit dem Korn bedeckt sind.

·         Verschließen Sie das Glasgefäß.

·         Schütteln Sie das Glas, damit sich die Kräuter und der Korn gut vermischen.

·         Stellen Sie das Glas an einen möglichst warmen Platz.

·         Lassen Sie die Tinktur etwa 10 Tage bis zwei Wochen ziehen.

·         Schütteln Sie die Tinktur in dieser Zeit am besten mehrmals täglich.

·         Filtern Sie die Tinktur dann durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter.

·         Füllen Sie die Tinktur in dunkle Flaschen.

·         Beschriften Sie die Flaschen mit Inhalt und Datum.

·         Bewahren Sie die Flaschen möglichst kühl und dunkel auf.

 

Nehmen Sie von der Tinktur drei Mal täglich einen Teelöffel voll ein.

Wenn Ihnen der Geschmack zu intensiv ist, können Sie den Teelöffel Tinktur in ein Glas Wasser geben und dieses Tinktur-Wasser schluckweise trinken.

Um die Tinktur kennenzulernen, können Sie zunächst auch eine kleinere Menge Tinktur ansetzen. Fürs Kennenlernen reicht es völlig aus, mit 10 gr Kräutermischung und 150 ml Doppelkorn zu beginnen.

Wenn Sie es mit der Zubereitung und Anwendung eilig haben, können Sie schon nach einigen Stunden eine geringe Menge der Tinktur abschöpfen, um sie auszuprobieren. Sie wirkt dann natürlich noch nicht so stark, wie wenn sie nach zwei Wochen fertig gezogen ist.

Die Tinktur kann auch länger als zwei Wochen ziehen. Sie wird dann nach und nach immer intensiver. Eine längere Ziehzeit als sechs Wochen verbessert die Qualität der Tinktur jedoch nicht mehr. Sie lässt dann eher nach.































































Home   -   Up